Italien im Herzen

Buchvorstellung: „Die Dolomitenladiner. Mensch, Landschaft, Kultur“

Sie leben in zwei Südtiroler Tälern, im Trentino und Belluno und haben eine eigene Sprache: die Ladiner. Doch wo genau spricht man Ladinisch? Wer sind die Ladiner und wie ist ihre Sprache entstanden? In diesem Buch erfahrt ihr, was diese besondere Kultur ausmacht  und wo man sie erleben kann.

Im Herzen der Dolomiten rund um das Sella-Massiv liegen fünf Täler, in denen man Ladinisch und Italienisch spricht. Im Gadertal und Gröden in Südtirol wird außerdem auch Deutsch gesprochen.

Bei einer Reise nach St. Vigil in Südtirol wurde ich neugierig auf die ladinische Kultur und fragte mich: Wird die ladinische Sprache in der Schule gelehrt? Was macht die ladinische Küche aus und welche Gerichte sind typisch? Bei welchen Anlässen kann man als Tourist die Traditionen am besten erleben? Auf der Frankfurter Buchmesse  entdeckte ich schließlich das Taschenbuch „Die Dolomitenladiner“ von Tobia Moroder (Hg.), das alle meine Fragen beantwortete.

Verschiedene Autoren schreiben dort über alle Aspekte der ladinischen Kultur: Sprache, Geschichte, Küche, Traditionen, Musik und Kunsthandwerk. Mir gefallen besonders die Sagen rund um das Reich der Fanes und König Laurin.

Portraits prominenter Ladiner und ein Geheimrezept

Zwischendurch werden in farbigen Kästchen prominente Ladiner vorgestellt. Dazu gehören der weltbekannte Musikproduzent Giorgio Moroder („The Godfather of Dance Music“), der Bergsteiger Luis Trenker und Gilbert Prousch, Teil des Künstlerpaares Gilbert & George. Zu guter Letzt verrät eine Südtiroler Bäuerin ihr Rezept für die traditionellen Tutres, das sind runde frittierte Teigtaschen gefüllt mit Spinat und Topfen.

Ladinisch wird in Gröden, im Gadertal, Buchenstein, Ampezzo und im Fassatal gesprochen. In einem mehrseitigen Sprachführer gibt es Übersetzungen deutscher Worte in die ladinische Variation der fünf Täler. So heißt etwa „Frühstück“ auf Grödnerisch „gusté“, im Gadertal „gosté“, in Fassanisch „disnèr“, in Ampezzanisch „sòlar“ und in Buchensteinisch „gosté“.

„Die Dolomitenladiner“ wurde von Tobia Moroder, einem Kenner der ladinischen Kultur, herausgegeben. Der 1982 in Brixen geborene Archäologe ist u.a. Mitarbeiter des Museums Ladin Ciastel de Tor und des Istitut Ladin Micurá de Rü. Außerdem ist er aktuell Bürgermeister von St. Ulrich in Gröden.

Erschienen sind „Die Dolomitenladiner“ im März 2016 im Folio-Verlag. Das Buch wurde gemeinsam mit dem Istitut Ladin Micurá de Rü herausgegeben und gehört zur Folio-Reihe „Südtirol erleben“.

Fazit: Interessanter und anspruchsvoller Lesestoff für alle, die mehr über die ladinische Kultur und Sprache erfahren möchten. Für Urlauber in Südtirol ist es eine besondere Bereicherung und bietet viele Ansatzpunkte, um mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

Die Dolomitenladiner: Mensch, Landschaft, Kultur *
Taschenbuch mit 120 Seiten
Verlag: Folio
Erschienen: 1. März 2016

 

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